Idas Leseprojekte · Im Rausch der Trilogien

Im Rausch der Trilogien | Soman Chainani – The School for Good & Evil

Jeder von uns kennt dieses eine Zauberwort,

das uns ein ums andere Mal in aufregende, neue Welten entführt, uns wieder und wieder Seite an Seite mit Helden und Bösewichten kämpfen lässt, mit Druckerschwärze gefesselt auf Papier. Ja, liebe Freunde, das magische Wort, von dem ich spreche, lautet Trilogie.

Über die Spanne von drei Bänden befindet man sich im Sog einer Geschichte, deren Protagonisten und Geschehnisse sich innerhalb der Trilogie immer weiterentwickeln, sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. Nach jedem Band kann man als Leser aufatmen und zugleich aufgeregt sein, denn die Geschichte geht weiter! Bis zum dritten und finalen Band, der den Ausgang der Geschichte endgültig entscheidet. Jedes Mal ist es ein Fest, ein Rausch, dem man sich nicht entziehen kann.

Und weil wir uns immer wieder gern in diesen Rausch der Trilogien stürzen, haben Gabriela vom Buchperlenblog und ich uns eine Beitragsreihe ausgedacht, in der wir euch jeweils eine Trilogie vorstellen werden.



 

Erst im Januar haben wir euch mitgenommen in ein eiskaltes Russland. Dieses Mal wagen wir uns in unserem Rausch der Trilogien quer durch Raum und Zeit in die fantastische Welt der Jugendliteratur! Während Gabriela mit ihrer Zeitenzauber-Trilogie von Eva Völler unterhaltsame Lesestunden verbrachte, hatte ich diesmal mit der von mir gewählten “The School for Good and Evil”-Trilogie von Soman Chainani nicht ganz so viel Glück. Und dann stellte ich auch noch fest: bei der Reihe, durch deren Handlung ich mich regelrecht von Seite zu Seite quälte, handelt es sich gar nicht um eine Trilogie. Es ist eine laufende Reihe, und der 7. Band ist bereits in Arbeit…

Willkommen im Rausch der Jugendbuch-Trilogien!



 

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SOMAN CHAINANI    –    THE SCHOOL FOR GOOD & EVIL

Sopie hatte sich ihr Leben lang auf den Tag ihrer Entführung gefreut. Die anderen Kinder von Gavaldon lagen jetzt schlotternd in ihren Betten, denn sie wussten, dass sie ihr Zuhause nie wiedersehen würden, wenn der Schulmeister sie holte. Sie träumten von einem rotäugigen Monster, das sie aus ihren Betten riss und ihre Schreie erstickte.
Sophie dagegen träumte von einem Prinzen.

Soman Chainani | The School for Good and Evil, Band 1 | S. 09

 

Alle vier Jahre verfällt das von Wäldern umgebene Dorf Gavaldon in Angst und Schrecken. Denn der gefürchtete Schulmeister kommt und holt sich zwei neue Schüler für seine Schule für Gute und für Böse – und die gestohlenen Kinder kehren nie wieder zurück. Stattdessen werden sie je nach ihrer schulischen Leistung zu Figuren eines neuen Märchens, zu Märchenprinzen und -prinzessinnen, Bösewichten oder Handlangern, ja, bis hin zu tierischen Gehilfen.

Doch in diesem Jahr nimmt das Unheil seinen Lauf, als der Schulmeister die zwei besten Freundinnen Sophie und Agatha entführt. Entgegen jeglicher Erwartung landet nämlich die hübsche, blonde und stylische Sophie in der Schule für Böse, und die unansehnliche, grummelige und glubschäugige Agatha zwischen den attraktiven Schülern der Schule für Gute. Für die Freundinnen steht fest: dem Schulmeister muss ein Fehler unterlaufen sein! Sicherlich hat er beide vertauscht, denn nun sitzt Sophie im Unterrichtsfach für Garstifizierung und muss sich Warzen ins Gesicht hexen, während Agatha im viel zu kurzen rosa Rock auf Glaspantöffelchen durch die Schule holpert und lernen soll, ihren Traumprinzen zu finden. Dabei war doch die ganze Sache mit dem Prinzen und dem Happy End immer Sophies Traum! Sie kann gar kein Bösewicht sein! Oder etwa doch…?

Während Agatha und Sophie im ersten Band ‘Es kann nur eine geben’ noch darum kämpfen, auf der vermeintlich für sie richtigen Seite der Schule verweilen zu dürfen, müssen die beiden im zweiten Band ‘Eine Welt ohne Prinzen’ dabei helfen, die alte Ordnung an der Schule wiederherzustellen, die sie am Ende des ersten Bandes unwissentlich zerstört haben. Im dritten Band ‘Und wenn sie nicht gestorben sind’, kommt es wieder einmal zum Showdown zwischen Gut und Böse – wie eigentlich in den zwei vorigen Bänden auch schon – nur steht im dritten Band mehr auf dem Spiel als zuvor.

Uff… meine Lesezeit mit diesen drei doch gar nicht mal so schmalen Bänden (insgesamt 1.655 Seiten) hat mich beinah in einen gefürchteten reading slump gestürzt. Du meine Güte, ich hatte mir einiges von der Reihe versprochen, und dann die große Enttäuschung. Die Trilogie, die gar keine ist, lebt von Wiederholungen – und sie ist vor allem eines: ein Beispiel von gelungenem Marketing und einem gewissen Hype, den ich nicht ganz verstehe. Sicher, die Cover sind wunderschön, genau wie die sonstige Gestaltung der Bücher. Sonst hätte ich ja auch nicht als typisches Cover-Opfer nach der 3-Bände-Box gegriffen. Auch die Rezensionen im englischsprachigen Raum fallen insgesamt weitestgehend positiv aus. Die Buch-Trailer versprechen einen ganz neuen, düster-magischen Blick auf altbekannte Märchen und eine wunderbare Freundschaft zwischen zwei so verschiedenen Mädchen wie Agatha und Sophie. So weit so gut, meine Vorfreude war groß! Und dann die Achterbahn-Fahrt zwischen witzigen oder gut gemachten Passagen und bodenloser Enttäuschung. So viel verspieltes Potential bei einem so vielversprechenden Plot, ich hätte weinen mögen.

Die ersten drei Bände von ‘The School for Good and Evil’ kann man mit einem Wort zusammenfassen: chaotisch. Ob Handlung, Protagonisten oder Motive, hier herrscht das pure Chaos. Angefangen mit den beiden Mädchen, deren Alter kurioserweise unbekannt bleibt, die aber dank ihrer stark variierenden Verhaltensweisen mal als 12-, dann wieder als 16-Jährige eingestuft werden können. Dann ist da diese ganz besondere Freundschaft zwischen Agatha und Sophie, die immer wieder betont wird, ich allerdings den zwei Mädchen in keinem der Bände abgekauft habe, bis hin zu einer unausgegorenen Welt, in der sich die ganze Handlung abspielt und einem Prinzen, der absolut nichts zu bieten hat. Aber oooooh, er ist so schön, und aaaaah, er riecht selbst nach dem Kampf noch nach Minze. Abgesehen davon gab  es eindeutig zu viel an-Prinzen-heranschmiegen seitens der Mädchen. Aber gut, wenn es nach Kräutern riecht, das glattgeleckte blondgelockte Prinzlein, dann geht’s ja gar nicht anders. Ich bin jetzt übrigens Profi im Augenrollen, und im ungläubig die Seiten bestarren.

Mit zunehmendem Verlauf der Geschichte wurde die Handlung dann leider immer hanebüchener und absurder. Es blieb eine Geschichte, die den Eindruck macht, als hätten verschiedene Leute daran herumgeschrieben, sich aber nicht abgesprochen: konfus und chaotisch.

Auch wenn sich die ‘School for Good and Evil’-Reihe stellenweise durchaus auch mit wichtigen Themen geradezu tiefgründig befasst und zwischendurch auch mit urkomischen Dialogen und purer Situationskomik punkten kann, blieb die Geschichte für mich leider im Großen und Ganzen absolut frustrierend. Bis auf ein charmantes Hexentrio konnte mir kein einziger Protagonist ans Herz wachsen, und das ist ungefähr das schlimmste, was mir persönlich mit einem Buch passieren kann. Und das über drei Bände gezogen… puh!

 

Nach so viel Aufregung schicke ich euch jetzt auf Zeitreise! 

Denn morgen stellt euch Gabriela die Zeitenzauber-Trilogie von Eva Völler vor, eine Jugendbuch-Reihe, in der es den Leser nach Venedig, Paris und London verschlägt – und in eine aufregende Vergangenheit an diesen berühmt-berüchtigten Orten!

 



A n g a b e n    z u    d e n    e i n z e l n e n    B ü c h e r n    d e r    ‘ T h e    S c h o o l    o f    G o o d    &    E v i l  –  R e i h e :

Autor:     Soman Chainani
Titel:
1. Band:   The School for Good and Evil 01: Es kann nur eine geben
2. Band:   The School for Good and Evil 02: Eine Welt ohne Prinzen
3. Band:   The School for Good and Evil 03: Und wenn sie nicht gestorben sind
Verlag:    Ravensburger Verlag
Jahr der Veröffentlichung: 2015 – 2017
Seiten:     508 / 508 / 639
Genre:     [Fantasy| Modernes Märchen | Jugendbuch]

 



Im Rausch der Trilogien – Das Jugendbuch-Special:

08.06.20    Ida:   Soman Chainani – The School for Good & Evil
09.06.20    Gabriela:   Eva Völler – Die Zeitenzauber-Trilogie
10.06.20    Ida:   Der Reiz von Zauberschulen
11.06.20    Gabriela:   Vom Reiz der Zeitreisen
12.06.20    Ida:   Jugendliteratur – nicht nur für Jugendliche!
12.06.20    Gabriela:   Jugendbücher für Jung und Alt!

7 thoughts on “Im Rausch der Trilogien | Soman Chainani – The School for Good & Evil

  1. Meine liebste, gequälte Ida! ♥
    Was hab ich mit dir mitgelitten, als sich diese Reihe als solches Fiasko entpuppt hat! Ich denke da gerade an diese Schokorutsche, das war ja ein literarisches Highlight 😀
    Aber so einen Minz-Prinz stell ich mir schon klasse vor. Den würd ich mir als Duftbäumchenersatz gern ins Zimmer stellen 😀

    Ich bin gespannt, was du am Mittwoch weiteres berichten wirst! ♥

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    1. Hihi, stell dir das mal bildlich vor: ein Minz-Prinz (herrliche Bezeichnung übrigens :D) steht mit blitzendem Minz-Lächeln im Wohnzimmereck und strahlt und duftet vor sich hin. 😀
      Meine Güte, die Schokorutsche. Das bleibt einfach das literarische Highlight des gesamten Jahres! 😀

      Ich zähle derweil schon die Minuten bis zu deinem Beitrag :’) ❤

      Liked by 1 person

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