Idas Leseprojekte · Im Rausch der Trilogien

Im Rausch der Trilogien | Jugendliteratur – nicht nur für Jugendliche!

Und weiter geht es in unserem Rausch der Trilogien!

Wie ich sehe, kommt ihr gerade von Gabrielas aufregender Reise durch Zeit und Raum! Zeitreisen haben aber auch ihren ganz eigenen Reiz. Als krönenden Abschluss dieses Trilogienrausches haben wir uns überlegt, uns noch ein bisschen mehr mit der Jugendliteratur auseinanderzusetzen – und dabei zu reflektieren, warum Jugendbücher  im Allgemeinen und die von uns ausgewählten Jugendbuchreihen im Besonderen für alle Altersklassen eine Bereicherung sind.

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Jugendliteratur – der Begriff allein sagt es schon: es ist Literatur, die speziell auf Jugendliche ausgerichtet ist, also auf Leser zwischen 12 und 18 Jahren. Als Leser folgt man in den meisten Fällen heranwachsenden Protagonisten, und es werden Themen behandelt, die einen jungen Menschen besonders beschäftigen. Natürlich heißt das nicht, dass solche Bücher nur Jugendlichen vorbehalten sind und man, sobald man 19 Jahre oder älter ist, keinen Gefallen mehr an den Geschichten findet, die sich speziell an Teenager richten. Ganz im Gegenteil!

Was ich an Jugendbüchern ja besonders liebe, sind gut gemachte Freundschaften zwischen den Protagonisten.

Egal wie alt man ist, eine wunderbare Freundschaft in Büchern ist wie Balsam für die Leser-Seele! Denkt nur an Harry, Ron und Hermine, das goldene Trio mit seinen kleinen Streitigkeiten und einer Freundschaft, die so unumstößlich ist wie der Sieg von Gut über Böse. Oder die Freundschaft zwischen den Hobbits Sam, Frodo, Merry und Pippin! Das sind Freunde, die einander den Rücken stärken und ihre besten Freunde niemals alleine der Gefahr entgegenlaufen lassen. Und wenn man eine Jugendbuchreihe liest, passiert etwas Wundervolles: man erlebt, wie sich die Freundschaft vertieft und mit den Protagonisten mitwächst. Und dass es auch passieren kann, dass eine Freundschaft zerbricht – einfach, weil sich Dinge im Leben der Protagonisten ändern, weil sie selbst sich ändern und jeder seinen eigenen Weg geht.

In ‘The School for Good & Evil’ wird die Freundschaft zwischen Sophie und Agatha aufs Höchste angepriesen. Sie sind die besten Freundinnen, sind immer füreinander da. Gehen durch dick und dünn. Würden sich immer schützend voreinander stellen, kennen die Wünsche und Sehnsüchte der anderen wie die eigenen. Oh wartet, falsches Buch! Wie war das noch gleich? Lasst mich mal nachblättern… oh ja, hier steht’s! Sophie klopft zu Beginn des ersten Bandes an Agathas Tür, und will sie mit Selbstgebackenem bestechen. Agatha soll nämlich Sophies gute Tat sein, damit Sophie in die Schule für Gute kommt, während sie ihre ‘beste Freundin’ ganz uneigennützig in der Schule für Böse sieht. Ah ja, und Agatha opfert sich pausenlos für die einzige Freundin, die sie je hatte, also verzeih’ ich ihr hier mal direkt, dass sie Sophie als ihre beste Freundin bezeichnet. Die Arme weiß es einfach nicht besser. Gut, also keine herzerwärmende Freundschaft in dieser Jugendbuch-Reihe.

Flitzen wir also ganz unauffällig zum nächsten Punk und denken uns unseren Teil.

Ich liebe, liebe, liebe es, wenn wichtige & sensible Themen in Jugendbüchern behandelt werden.

In den meisten Büchern für Jugendliche geht es darum, dass die Protagonisten herausfinden, wer sie sind und welche Ziele sie verfolgen. Im Laufe der Geschichte formt sich ihr Verständnis dafür, welche Werte sie vertreten und was ihnen wichtig ist. Akzeptanz und Toleranz gegenüber sich selbst und anderen, die nicht so sind wie der oder die Protagonist*in. Typische Rollenbilder werden aufgebrochen und problematische Denkmuster entlarvt. Ein kritischer Blick auf das Zeitgeschehen in Form von dystopischem Weltenaufbau, gesunde Kritik an politischen Intrigen oder an der Art, wie manch andere Figur der Geschichte denkt oder handelt. Das sind alles Aspekte, die auch noch im Erwachsenenalter aktuell und wichtig sind. Und sie gewissermaßen aus der Perspektive von heranwachsenden Protagonisten zu betrachten, ist natürlich umso spannender. Im Teenageralter spürt man alles mit einer Intensität und Dringlichkeit, die die meisten Erwachsenen nicht mehr nachvollziehen können. Auch das liest man dann aus solchen Büchern heraus: den Drang, etwas zu ändern, das Gefühl, dass etwas das Herz zerreißt, den eisernen Willen, für etwas zu kämpfen, das so viel Größer ist als man selbst.

Agatha und Sophie müssen sich in ‘The School for Good & Evil’ auch brisanten Themen stellen. Die eine fühlt sich verstoßen von ihrem Vater, trauert um die verstorbene Mutter und das damit verlorene Vorbild, die andere kämpft darum, sich selbst zu akzeptieren und will nicht in eine gesellschaftliche Schublade gesteckt und schon gar nicht von einem Prinzen gerettet werden. Die Welt um sie herum droht auseinanderzubrechen, und sie raufen sich zusammen, um sich dem Bösen zu stellen, und damit auch ihren innersten, bösesten Dämonen. Und über allem steht die Frage: wenn man zur Fraktion der Bösen gehört, was bedeutet das? Was bedeutet es in der Welt von ‘The School for Good & Evil’, böse zu sein? Man foltert, mordet und plündert mit Vergnügen, hat Freude am Leid der anderen und ist nicht in der Lage, Liebe zu empfinden. Aber ist das nicht ganz schön strikt und einseitig, dieses schwarz-weiß-Denken? Vereint nicht jeder von uns Gutes und Böses in sich, das je nach individuellem Verhalten und den Entscheidungen des einzelnen den Charakter formen?
Und dann schweift die Geschichte ab. Gerade wenn es spannend wird, geht es wieder nur um Achterbahnfahrten an Streben aus Schokolade und Fürzen als Ablenkungsmanöver. Und um ein Mädchen, dessen einziges Ziel es ist, sich den Prinzen zu angeln, den sie eigentlich gar nicht kennt und den sie nur für sich haben will, weil sie die Idee vom Happy End und dem “Für immer und Ewig” so schön findet.

Jugendbücher sind eigentlich etwas ganz Wunderbares. Sie sind lehrreich und augenöffnend, manchmal herzzerreißend traurig, manchmal cool und innovativ, oder auch einfach nur unterhaltsam und lustig. Und dann gibt es natürlich noch ‘The School of Good & Evil’, den Chaoten unter den Jugendbuchreihen, der einfach nicht so ganz zu wissen scheint, was er ist und wo er hin möchte.

Und damit sind wir bereits am Ende dieses Trilogienrausches angelangt!
Hier
findet ihr Gabrielas Gedanken zum unschätzbaren Wert von Jugendbüchern für Jung und Alt, schaut unbedingt bei ihr vorbei!


Wir hoffen, euch hat dieser Rausch der Trilogien gefallen! Auch wenn ich dieses Mal mit meiner Trilogie daneben gegriffen habe, war es wieder superschön, jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen konnte. Tausend Dank, liebste Gabriela, für deine mentale Unterstützung! 😀

Wer weiß, wo uns der nächste Trilogienrausch hinführen wird… ❤️

 


Im Rausch der Trilogien – Das Jugendbuch-Special:

08.06.20    Ida:   Soman Chainani – The School for Good & Evil
09.06.20    Gabriela:   Eva Völler – Die Zeitenzauber-Trilogie
10.06.20    Ida:   Der Reiz von Zauberschulen
11.06.20    Gabriela:   Vom Reiz der Zeitreisen
12.06.20    Ida:   Jugendliteratur – nicht nur für Jugendliche!
12.06.20    Gabriela:   Jugendbücher für Jung und Alt!

 

 

One thought on “Im Rausch der Trilogien | Jugendliteratur – nicht nur für Jugendliche!

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