Fantasy / Fiktion · Idas Regal der ausgelesenen Bücher

Rezension | Nina Blazon – Silfur

In einer Zeit, in der sich die Menschen (zwangsläufig) in ihr Heim zurückziehen und die meisten das Glück haben, eine Ruhe wiederzuentdecken, die ihnen vielleicht im Laufe der Jahre verloren ging, möchte ich euch heute ein Buch vorstellen, dass mich mit seiner Magie und seinen wunderbar ausgearbeiteten Protagonisten in eine andere Welt entführt hat. Lasst euch von einem Land verzaubern, dass so wild und ungezähmt erscheint, und wo Menschen neben fabelhaften Wesen ihren Alltag bestreiten… Willkommen in Island, willkommen im Land der Elfenwesen! 

Silfur_03

 

N I N A    B L A Z O N    –    S I L F U R
Die Nacht der silbernen Augen
–  Rezensionsexemplar*  –

“Hinter der Kuppe verschwanden die Gebäude, dann gab es nur noch Wind, Sterne und Ebenen und… hellen Nebel, der geisterhaft über dem Boden trieb. Elín lief mitten in den Nebel, eine geisterhafte Gestalt, die keine Beine mehr zu haben schien.”

Nina Blazon | Silfur| S. 256

 

Silfur ist das allererste Jugendbuch, das ich von der Autorin Nina Blazon gelesen habe. Ihr Name war mir schon lange vor “Silfur” bekannt, und doch hat es bis 2020 gedauert, ehe ich mir jetzt endlich eines ihrer Werke zu Gemüte führte. Wie ganz und gar furchtbar, dass es so lange gedauert hat – und wie ganz und gar wunderbar, dass mich diese Geschichte dann doch noch erreicht hat. Denn schon als ich den Klappentext las, war es um mich geschehen: zwei Brüder, die ihre Sommerferien im wilden Island verbringen und dort gemeinsam mit einer gleichaltrigen Inselbewohnerin auf eine verborgene Welt stoßen – ja, bitte!

Ein bisschen hatte ich befürchtet, dass es in die Romantik-Schiene abrutschen könnte, aber weit gefehlt. Silfur ist eine Geschichte über Freundschaft, über Zusammenhalt, über das Überwinden von Ängsten und erzählt davon, wie es ist, ein Außenseiter zu sein – und wie wichtig und richtig es ist, an sich selbst zu glauben und in vermeintlichen Schwächen verborgene Fähigkeiten zu erkennen.

Besonders mochte ich Fabio, einen der Brüder, um die es in der Geschichte geht. Auf ihm liegt der Fokus, als Leser verfolgt man sein Denken und Fühlen. Er ist zwölf Jahre alt, zwei Jahre älter als sein Bruder Tom. Trotzdem sind beide gleichgroß, oft hält man sie deshalb für Zwillinge. Der Grund dafür: seit einer Weile wächst Fabio nicht mehr. Und als Fabio und Tom die junge Elín kennen lernen, die Tochter ihrer Vermieterin in Island, entsteht eine immer größere Distanz zwischen den Brüdern, die zuvor immer so viel gemeinsam unternommen haben. Auf sich allein gestellt, erkundet Fabio die Umgebung, und stößt dabei auf merkwürdige, menschenähnliche Wesen, die nur er allein zu sehen und hören scheint. Damit beginnt ein unglaubliches Abenteuer, das vor Elfenwesen und Wiedergängern nur so strotzt. Und mittendrin der kleine Fabio, der lernen muss, er selbst zu sein. Eine ganz schön große Aufgabe für einen Zwölfjährigen.

Die Protagonisten in Nina Blazons Island-Geschichte sind allesamt mit viel Liebe kreiert worden, und jeder hat eine Hintergrundgeschichte, die der Geschichte einen Tiefgang verleiht, den ich in so manchen Kinder- und Jugendbüchern vermisse. Ich fühlte mich in diesem Buch so zu Hause, fieberte mit den Brüdern mit und konnte es kaum erwarten zu erfahren, was es nun mit diesen Elfenwesen und den sagenumwobenen Wasserfällen auf sich hat.

Abgesehen davon bin ich absolut verliebt in dieses Setting! Eine rauhe, wilde Landschaft, intensive, übernatürliche Farben und die spektakulären Nordlichter, das schreit doch alles nach einer uralten Magie! Man merkt, dass die Autorin selbst viel Zeit in Island verbracht hat und dort ganze Berge an Inspirationen für Silfur sammeln konnte. Am liebsten hätte ich ja selbst die Koffer gepackt und wäre für einige Monate nach Island ausgewandert, einfach, um diese beeindruckende Atmosphäre fernab der Welten aus Tinte und Papier aufzusaugen und zu bestaunen.

Wenn ihr in dieser schwierigen Zeit nach etwas sucht, das euch von magischen Orten träumen lässt und das euer Herz anschwellen lässt vor lauter Liebe zu diesen absolut liebenswerten Protagonisten, dann greift hier unbedingt zu! Silfur ist ein so herzerwärmend schönes und lustiges Buch, definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche geeignet. 

 



Autor:    Nina Blazon
Titel:      Silfur: Die Nacht der Silbernen Augen
Verlag:   cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House
Jahr:
Seiten:
[Genre:  Fantasy / Kinder- und Jugendbuchliteratur]



*An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an den cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House und das Bloggerportal für das mir zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar! ❤

6 thoughts on “Rezension | Nina Blazon – Silfur

  1. Okay… du hast mich überzeugt! Das wird heute bestellt 🙂 Ernsthaft, es klingt wirklich schön und meine Liebste @lesewahn hat ja bald Geburtstag. Danke für die Empfehlung!
    Liebe Grüße, Jürgen

    Liked by 1 person

    1. Ach prima! 😀 Das freut mich natürlich sehr! Da wünsche ich schon mal ganz viel Freude beim Verschenken – und der Glücklichen dann viel Spaß beim Lesen. 🙂
      Liebe Grüße,
      Ida

      Like

  2. Liebste Ida! ❤️
    Eine wunderwunderschöne Rezension, bei der ich das Buch auch direkt bestellen möchte 🥰 ich kann dir in dem Zusammenhang nur wieder Rabenherz und Eismund von Nina Blazon dringend ans Herzl legen, es ist ein unglaublich berührende magisches Buch und spielt wohl auch in diesem Universum von Silfur. ❤️

    Pass auf dich auf, Liebes!

    Liked by 1 person

    1. Liebste Gabriela! ❤
      Vielen lieben Dank! :') Rabenherz und Eismund steht tatsächlich auch schon auf meiner Wunschliste! Und 'Feuerrot' von ihr liegt auch noch bereit… aber es ist SO ein Wälzer! 😀

      Bleib schön gesund! ❤

      Liked by 1 person

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