Idas Teekränzchen

Idas Teekränzchen #23 | Geschichten zum Zuhören

Dieser Beitrag enthält Werbung für Audible.


Die Frage, ob Hörbücher nun als „echte Bücher“ gelten dürfen oder nicht, beschäftigt schon seit einer Weile die Benutzer verschiedener Plattformen, auf denen Leser aus aller Welt zusammenkommen. Und ganz egal, ob man nun der Meinung ist, dass Hörbücher nur eine ‚light version‘ eines geschriebenen Buches sind oder meint, dass gehörte Hörbücher ohne Umschweife auf dem Stapel gelesener Bücher eingeordnet werden können, so zählt für mich besonders eines: der unverkennbare Wert von Hörbüchern.

H Ö R B Ü C H E R :   T I C K E T   I N   D I E   E R Z Ä H L T E   W E L T   D E R   G E S C H I C H T E N

Ich selbst bin mit Hörbüchern aufgewachsen, und auch Hörspiele, wie zum Beispiel die drei Fragezeichen, haben mir viele aufregende Stunden vor dem CD-Player (und ganz früher, vor dem Schallplattenspieler) beschert. Also will ich heute mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, weshalb Hörbücher einen wichtigen Platz in meinem Leben einnehmen. Denn, zugegeben: Wer mag es nicht, einer guten Geschichte zu lauschen? In etwa so, wie damals den Gute-Nacht-Geschichten unserer Eltern. Ich höre jetzt noch die Mischung aus dem Umblättern der hauchzarten Pergamentseiten des Grimm’schen Märchenbuchs und die liebevolle Stimme meiner Mama. Oder denkt nur an all die Gruselgeschichten, die am Lagerfeuer oder spätnachts in dunklen Zimmern gewispert unser Ohr fanden und für den wohligen Grusel sorgten, der einen noch lange begleitete. Außerdem gibt es für mich beinahe nichts Gemütlicheres, als im Herbst Heike Makatsch zuzuhören, wenn sie ‚Mary Poppins‘ von Pamela L. Travers liest – ein wahrer Ohrenschmaus und Balsam für die Seele sowohl an kalten, regnerischen Tagen, eingekuschelt in viele Decken, als auch bei Herbstspaziergängen, bei denen einem der Wind die Haare zerzaust und die letzten Sonnenstrahlen die kalte Nasenspitze küssen.

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H Ö R B Ü C H E R    B E F L Ü G E L N    D I E    F A N T A S I E

Hörbücher zu hören, lässt die Fantasie auf andere Art und Weise sprießen als beim Lesen der erzählten Geschichten. Kein Wunder – man benutzt ein anderes Sinnesorgan und hat so die Chance, eine Geschichte aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Manchmal können Hörbücher sogar sehr hilfreich sein, um mit einer bestimmten Geschichte warm zu werden. Dank Rufus Beck habe ich beispielsweise den fünften Band der Harry Potter-Reihe (Harry Potter und der Orden des Phönix‘ von J.K. Rowling) weiterlesen können, da er der (für mich damals) sterbenslangweiligen Ministeriumssequenz neues Leben einhauchte und zu etwas Spannendem und Hochinteressanten machte. Plötzlich machte mir die Politik der Zaubererwelt Spaß – wenn das nicht Muggelhörmagie ist, dann weiß ich auch nicht.

Ich finde es unglaublich faszinierend, wie jemand es schafft, mit nur einer Stimme eine Vielzahl an Figuren im Kopf entstehen zu lassen, Atmosphären und Stimmungen zu kreieren und ein Bild vom Geschehen zu malen. So schafft es beispielsweise auch Andrea Sawatzki allein mit ihrer Stimme, dass aus einem Wirrwarr aus sprechender Wolle eine Schafsherde voll individueller und urkomischer Schafe wird, die gemeinsam in ‚Glenkill‘ von Leonie Swann einen Mord aufklären. Diese Geschichte sprüht vor Witz, und hat mir noch manche lästige Zeit beim Putzen, Aufräumen oder Bügeln versüßt.

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Ein Hörbuch kann die Brücke sein, die die Distanz zu einem Buch überbrückt und einem die Möglichkeit gibt, eine Geschichte zu lieben, wenn es beim Lesen nicht geklappt hat. Es kann aber auch ein Weg sein, sich auf neue Art und Weise in eine Geschichte zu verlieben, die man beim Lesen in Form von Tinte und Papier schon sehr mochte. Und so ersteht die erzählte Welt einer Geschichte in neuen Farben vor dem inneren Auge, vielleicht sogar etwas schillernder, intensiver, greifbarer als zuvor. Auch wenn ich das Lesen eines Buches um nichts in der Welt missen möchte, so finde ich es trotz allem großartig, dass es mittlerweile bei fast jedem Buch die Möglichkeit gibt, die jeweilige Geschichte hörend zu erleben.


Wie steht ihr zu Hörbüchern?
Gibt es Hörbücher, die ihr immer wieder hören könntet?


 

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9 thoughts on “Idas Teekränzchen #23 | Geschichten zum Zuhören

  1. Ich liebe Hörbücher und für mich sind gehörte Hörbücher gelesene Bücher 🙂 Ich höre auch viele immer wieder mal so zwischendurch. Das sind einmal die von Stephen Fry gelesenen Harry Potter Bücher, dann von Kobna Holdbrook-Smith gelesenen Peter Grant Bücher, die von James Marsters gelesenen Dresden Files und dann alles von Peter F. Hamilton, egal wer liest 😀 bei den deutschen Hörbüchern bin ich voll bei David Nathan. Der liest einfach so genial. Ich find den klasse.

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    1. Moin! 🙂

      Ha, das geht mir auch so! Stephen Fry liest aber auch so gut – die von ihm gelesenen HP-Bücher waren eine ganze Zeit lang meine Einschlafroutine. 😉 Ich glaube, von David Nathan habe ich tatsächlich noch gar nichts gehört! Da muss ich mich gleich mal informieren und neuen Hör-stoff besorgen. Danke für den Tipp! 🙂

      Liebste Grüße,
      Ida

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      1. Huhu Ida,
        David Nathan liest einige Stephen King Bücher, und die liest er alle ausnahmslos super. Grad bei “In einer kleinen Stadt” hatte ich da mehr als einmal Gänsehaut 🙂

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      2. Ah, das ist ja super! Ich habe schon überlegt, mir eines von Stephen Kings Büchern als Hörbuch anzuhören – aber ich habe mich bis jetzt noch nicht so wirklich getraut. :’D Aber vielleicht nehme ich “In einer kleinen Stadt” als Einstiegshörbuch zum Gruseln. 😀

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      3. Ich denke, das könnte Dir durchaus gefallen. Ich fand David Nathan in diesem Buch ganz besonders klasse, vielleicht, weil er soviele Figuren spricht und dabei allein von der Stimme sofort immer erkennbar war, wer grad sprach. Und wenn er den Bösewicht gesprochen hat, mei da gruselts mich jetzt gleich wieder. So gut! Ich bin super gespannt Deine Meinung dazu zu hören 🙂

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      4. Jetzt hast du mich dazu gebracht es auf meine Hörliste zu packen! 😀 Wenn’s einen dazu noch gruselt, bin ich dabei! Grade in der Zeit um Halloween rum darf’s gern mal ein bisschen mehr sein… 😉

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  2. Liebe Ida, so ein schöner Beitrag! Ich liebe Hörbücher auch, besonders wenn ich mit dem Hund spazieren gehe. Da könnte ein Spaziergang endlos sein.
    Ich habe früher auch immer zum Einschlafen Geschichten gehört. Besonders begehrt waren damals: Disney Hörspiele, Wendy und natürlich Harry Potter 🙂
    Alles Liebe,
    Janika

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    1. Liebe Janika, merci! ❤
      Ohja, beim Spazierengehen ist Hörbuchhören einfach herrlich! Hihi, zum Einschlafen habe ich auch am liebsten Disney Hörspiele gehört (allen voran Arielle, Die Schöne und das Biest und Bernard und Bianca ;)), genau wie alle verfügbaren Harry Potter Teile. :3
      Liebste Grüße,
      Ida

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