Idas Teekränzchen

Idas Teekränzchen #20 | 20 Years of Magic

20 Jahre ist es nun schon her, dass der erste Band der Harry-Potter-Reihe auf dem Markt erschienen ist und die Bücherregale von Lesern auf der ganzen Welt füllte. Bei mir war es nicht anders, obwohl ich erst auf Harry Potter gestoßen bin, als mir meine Tante den dritten Band zum Geburtstag schenkte – und so war klar: die ersten beiden müssen her! Und damit begann für mich eine abenteuerliche Zeit des Lesens, des sich-immer-wieder-in-die-Reihe-verliebens und einer ganz, ganz großen Portion fangirling.
Und weil es vielen Lesern selbst nach 20 Jahren der Magie so geht, hat der Carlsen Verlag die Blogparade „Harry Potter und die Magie des Lesens“ gestartet. Wenn ihr Lust habt, an der Blogparade teilzunehmen, habt ihr noch bis zum 30. September Zeit! Hier findet ihr alle Informationen dazu.


 

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Ich habe mich im Rahmen der Blogparade dazu entschieden, euch heute, am 20. September als 20. Teekränzchen-Beitrag davon zu erzählen, wie Harry Potter mein Leben und Lesen beeinflusst hat, und es noch heute tut. Denn J.K. Rowling hat es  mit der Veröffentlichung des ersten Bandes vor 20 Jahren geschafft, mir die Tür zu einer Welt zu öffnen, von der ich nicht einmal wusste, dass ich sie brauchte.

Es war eine Welt voller Magie, voller offener Münder und ungläubigem Staunen. Noch nie hatte ich mir so gewünscht, einen Brief in meinem Briefkasten vorzufinden und darin zu lesen, ich sei an der Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry angenommen. Dass dieser Brief eigentlich schon damals ankam, in Form des ersten Buches (und in den darauf folgenden Jahren in Form von sechs weiteren Büchern), das habe ich erst sehr viel später erkannt.

Es war dieses Kribbeln im Bauch, wenn ich wusste, ich sollte eigentlich schlafen (in der Schulzeit musste man schließlich ausgeschlafen sein), und dann das große Heulen, wenn ich beim nächtlichen Lesen unter der Bettdecke erwischt wurde und meine Mama das Buch gezwungenermaßen auf das höchste Regal in meinem Kinderzimmer legen musste, an das nur große Menschen kamen.

Es war das Gefühl, dass ich ganz besondere Freunde hatte – solche, die man nach einer langen Wartezeit endlich wiedersah, indem man nur die erste Seite des Buches aufschlug. Wie in Riddles Tagebuch fühlte ich mich hineingezogen in diese Welt, in der drei Freunde Seite an Seite gegen das Böse kämpften und immer füreinander da waren (nur nicht so manipulativ und gruselig wie Voldemorts kleines Andenken aus seiner Schulzeit…).

Es war die Gewissheit, dass ich mich nur fragen brauchte: „Was würde Hermine tun?“, und schon hatte ich die nötige Motivation zum Lernen.

Es war die seltsame Erleichterung, in Harry jemanden gefunden zu haben, der ebenso schon früh einen schlimmen Verlust erlebt hat, und der immer stark blieb, weil er so viele wunderbare Menschen um sich hatte.

Es war das Gefühl heißer Tränen auf meinen Wangen, als ich an Silvester vom Tod eines geliebten Charakters las – und ich erinnere mich noch, dass ich danach allen erzählte, ich hätte „2 Jahre lang geweint“, weil ich die Szene während des Jahreswechsels las.

Es war diese unbändige Freude, als ich mein Anglistikstudium begann und die erste Frage einer meiner Kommilitoninnen an mich war: „Und? In welchem Haus bist du?“ und sie mir zeigte, welcher Zauberstab der ihre war. Ich hatte das Gefühl, endlich unter potterheads zu sein – solche Leute, die sich genauso gern über HP-Theorien austauschten wie ich. Und endlich musste ich mich nicht mehr dafür schämen, voll und ganz im Harry-Potter-Universum aufzugehen. Seitdem habe ich voller Freude Hogwarts-Pullis und Ravenclaw-Shirts zur Arbeit und zur Universität getragen und aufgeregt über Theorien gefachsimpelt.

Es war das aneinandergekuschelte Lesen auf dem Sofa vor dem Kamin an kalten Wintertagen, das den letzten Band für mich zu etwas ganz besonderem machte. Ich hatte die Reihe schon gefühlte hundert Mal gelesen, aber für meine Mama war es das erste Mal. Und als sie beim letzten Band angelangt war, saßen wir zu zweit auf dem alten Ledersofa und ich lauschte ihrer wundervollen Vorlesestimme. Wir lachten und weinten zusammen und fühlten uns am Ende irgendwie traurig und erfüllt zugleich.

Harry Potter hat mich durch meine Kindheit und meine Jugend begleitet, hat mir unzählige Stunden gefüllt mit purer Lesefreude beschert und Mut gemacht. Und jetzt? Jetzt ist der Zauberer, der überlebte, ein genauso großer Teil meines Lebens wie zuvor. Er hat mir geholfen, in den Schreibpausen von meiner Bachelorarbeit abzuschalten und mir einem kleinen Silberstreif gleich etwas zu geben, auf das ich mich nach einem langen Tag freuen konnte. Ich liebe es, Pinterest oder Instagram nach Fantheorien, FanFicts und Fanart zu durchforsten, wobei meine Lieblingstheorien und –charaktere der Reihe beständig wechseln. Die Wände unserer Wohnung zieren Zitate aus den Büchern und an der Wohnungstür verrät ein „Alohomora“-Schild jedem Besucher, welche Art von Muggels hier wohnt: solche, die sich immer noch gerne in fremden Welten verlieren und sich alle paar Jahre immer wieder aufs Neue mit Harry, Ron und Hermine nach Hogwarts aufmachen.

Welche Erfahrungen verbindet ihr mit der Potter-Reihe? Habt ihr das Gefühl, dass Harry Potter euer Leseverhalten positiv beeinflusst hat?

 



Hier noch ein kleiner Tipp, weil ich selber nicht genug davon bekomme: Die wunderbare Kaddi vom YouTube-Kanal Coldmirror hat ein Video-Format auf ihrem Kanal eingeführt, das sich „5 Minuten Harry Podcast“ nennt. Dabei analysiert sie pro Folge 5 Minuten aus dem ersten Film, und es ist grandios! Schaut doch einfach mal vorbei und genießt ihren herrlichen Humor und eine ganze Menge fun facts zur magischen Welt um Harry Potter.

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8 thoughts on “Idas Teekränzchen #20 | 20 Years of Magic

  1. Hallo Ida,
    so ein schöner Beitrag. Ich hatte wirklich Gänsehaut, weil man deinen Zeilen anmerkt, wie sehr du diese Reihe liebst. Durchlesene Nächte, Tränenströme, das Gefühl, nach Hause zu kommen – all das verbinde ich auch mit Harry Potter. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

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  2. Liebe Ida!
    Wie cool! Erstens: Ein neuer Beitrag von dir, da freue ich mich sowieso immer drüber! Und zweitens: Dann auch noch über Harry Potter!
    ich war die letzten Wochen mal wieder total im Harry Potter-Fieber, ich habe die gesamte Buchreihe auf französisch gelesen (ein bisschen Abwechslung in Form einer anderen Sprache beim x-ten Mal ist dann doch nicht schlecht….), hab mir die FIlme gekauft und auf Englisch geschaut und dann noch ein bisschen die Hörbücher auf deutsch gehört 🙂
    Und ich bin auch immer noch so verzaubert von dieser ganzen anderen Welt.
    Am meisten hat mich wohl beeindruckt, dass ich in meinem Harry-Potter-Wahn der letzten Wochen auch ein bisschen über den Schreibprozess von Rowling recherchiert hab und dabei erfahren hab (Wahrscheinlich bin ich die letzte der Potterheads, die das weiß…) dass sie ja bereits sieben Jahre, bevor sie das erste Buch geschrieben hat, angefangen hat, die Welt zu konstruieren. Und dass sie im Zuge dessen das letzte Kapitel des letzten Buches schon geschrieben (oder zumindest skizziert) hatte, bevor sie mit dem ersten angefangen hat, der Wahnsinn!
    Ich finde das unglaublich bewundernswert, wie man über Jahre diese eine Idee weiter und weiter ausbauen kann und immer dran bleibt an diesen Charakteren und Geschichten.
    Liebe Grüße
    der Marillenbär

    Liked by 1 person

    1. Hi meine Liebe! ❤

      Oh mein Gott, wie cool! Harry Potter auf Französisch, Englisch und Deutsch – das klingt nach einer richtig magischen (und multilingualen :D) Zeit!

      Oooh, und genau das liebe ich auch so an dieser Reihe – dass sich schon im ersten Teil kleine Anspielungen befinden, die erst einige Bände später (oder erst im finalen Band) aufgeklärt werden und Sinn ergeben! Und je öfter ich die Reihe lese/sehe/höre, desto mehr fällt mir auf! 😀 Und ich finde es auch so faszinierend wie du, dass Rowling sich das alles ausgedacht hat, bevor sie begonnen hat, den ersten Band zu schreiben. Einfach bewundernswert! ❤ Und ich glaube, deshalb kann man so viele Theorien in die Geschichte hineinlesen – wie ich das liebe! 😀

      Liebste Grüße,
      Ida

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  3. Liebe Ida,

    was für ein toller Beitrag zu diesem Thema. Man spürt förmlich deine Liebe und Begeisterung. Dass man mit dem ersten Buch sozusagen den Brief nach Hogwarts bekommen hat, habe ich so nie gesehen, aber die Idee gefällt mir.

    Coldmirror hatte ich damals über “Harry Potter und ein Stein” entdeckt. Das finde ich immer noch zum schreien komisch 🙂

    Liebe Grüße,
    Gina

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    1. Hi liebe Gina!

      Ohgott, ja! Die Synchros von Coldmirror habe ich damals auch rauf und runter geschaut. 😀
      Ich finde den Gedanken auch so schön, dass man den Brief im Grunde erhalten hat, weil man ja mit Harry in Hogwarts war. ❤

      Liebste Grüße,
      Ida

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