Idas Regal der ausgelesenen Bücher · Thriller & Horror

Rezension | Sebastian Fitzek: AchtNacht (2017)

‘Wir hatten die Idee. Und wie schon Dürrenmatt in Die Physiker sagte: Eine Idee, die einmal gedacht wird, kann nie wieder zurückgenommen werden. Wenn wir jetzt aufhören, wird ein anderer unser Werk vollenden.‘
‚Dann trifft uns aber keine Schuld.‘
‚Oh doch. Wir sind schuldig, seit wir das Experiment gestartet haben. Wenn jetzt jemand stirbt – und das wird passieren -, dann nur, weil wir den Mördern die Idee dazu geliefert haben. Wir sind die Inspiration des Bösen.‘

Sebastian Fitzek | AchtNacht | S. 11

Meine beste Freundin sorgte vor ein paar Jahren mit ihrer Schwärmerei für die Bücher eines gewissen deutschen Autors dafür, dass sich heute sämtliche (Psycho-)thriller von Sebastian Fitzek in meinem Besitz befinden. So auch sein neuestes Werk, AchtNacht, erschienen im März 2017. Es ist wieder ein typischer Fitzek – voller ungeahnter Drehungen und Wendungen des Geschehens, voller glaubhafter, markanter Protagonisten und Charaktere, voller verstörend realer Szenarien – ein Traum von einem Psychothriller!

Fitzek schafft es jedes Mal aufs Neue, ein Szenarium zu kreieren, dass sich so echt ‚anfühlt‘, so nah an der Realität gebaut ist, dass man sich selbst unwillkürlich fragt: Was würde ich in einer solchen Situation tun? Würde ich genauso handeln wie der Protagonist? Würde ich jemanden nominieren, zu sterben? Ist die Geldgier der Menschen so groß, dass sie einen Menschen für eine bestimmte Summe töten würden? In dem Thriller um ein aus dem Ruder gelaufenes Sozial-Experiment blickt man in den Abgrund der menschlichen Seele, auf das Unmenschliche, Böse im Menschen, getrieben von Gier nach Geld und Macht.

Fitzek behandelt in seinen Thrillern gerne Tabuthemen, wie beispielsweise Kinderprostitution oder die Untiefen des DarkNet. Aber auch psychische Krankheiten, die einen Menschen verändern, sind ein fester Bestandteil seiner Werke. Ich liebe dieses Aufgreifen von verschiedenen gesellschaftskritischen Themen, denn dadurch wird es dem Leser ermöglicht, hinter die Fassade von Menschen und deren Taten zu sehen, ohne die Taten dabei zu rechtfertigen, den Charakter an sich dabei aber zu verstehen. Der Mensch als eine Kreation seiner Umwelt, hervorgebracht aus den sowohl positiven als auch negativen Aspekten der Gesellschaft, in der der Mensch lebt – das kommt in Fitzeks Thriller AchtNacht absolut zum Tragen.


Autor:   Sebastian Fitzek
Titel:     AchtNacht
Verlag:  Knaur Verlag
Jahr der Veröffentlichung: 2017
Seiten:   408


 

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